Freitag, 16. April 2010

KINO - DATE NIGHT


wj Aurich. Manchmal reicht es, nur ein wenig von der Routine abzuweichen, und alles gerät aus den Fugen. So ergeht es auch Steve Carell („Jungfrau, männlich, 40 sucht...“) und Tina Fey („30 Rock“) in ihrem neuen Kinofilm „Date Night“. Darin werden sie nämlich völlig unverhofft „Gangster für eine Nacht.“

Carell und Fey spielen in dem Streifen das liebenswerte Ehepaar Phil und Claire Foster. Beide leben gemeinsam mit ihren zwei Kindern in New Jersey Um den Alltagstrott zu vergessen und sich an die Frühzeit ihrer Beziehung zu erinnern, treffen sie sich einmal in der Woche zu einem „Date“. Ziel ist jedes Mal die „Teaneck Tavern“.Dort flackert die alte Verliebtheit jedoch meistens nur kurz auf. Für gewöhnlich unterhalten sich Phil und Claire irgendwann doch, genau wie daheim am Küchentisch, über die alltäglich anstehende Probleme. Ihre Jobs sind anstrengend, die Kinder fordern sie. An ein Vorspiel oder irgendeine andere Art von Spiel ist da nicht mehr zu denken – und schon gar nicht an Romantik. Als sich dann auch noch zwei ihrer besten Freunde trennen – ein Paar wie sie mit zwei Kindern, das ebenfalls in New Jersey lebt – beginnen sich die Fosters vor ihrer eigenen Zukunft zu fürchten. Daraufhin beschließt Phil spontan, aus der Routine auszubrechen und Claire ins angesagteste Restaurant von Manhattan auszuführen. Das Problem ist nur, dass er keine Reservierung hat. Deswegen muss er zu einer kleinen Notlüge greifen. Als ein Paar namens Tripplehorn aufgerufen wird und sich nicht meldet, behauptet Phil frech: „Wir sind die Tripplehorns.“

Kurze Zeit später bitten zwei vermeintliche Schlägertypen die Fosters nach draußen. Was zunächst wie ein Rausschmiss aussieht, entpuppt sich bald als lebensbedrohliche Situation. Es stellt sich nämlich heraus, dass die echten Tripplehorns keineswegs ehrbare Leute, sondern gemeine Diebe und Erpresser sind, die sich zu allem Überfluss mit einem Mafia-Boss angelegt haben. Phil und Claire gelingt zwar die Flucht zur Polizei. Aber dort treffen sie zu ihrem Entsetzen die zwei Schlägertypen aus dem Restaurant wieder, bei denen es sich offensichtlich um korrupte Polizisten handelt. Erneut fliehen sie und wissen sich nur einen Rat, um ihre Haut zu retten: Sie müssen schnellstmöglich die echten Tripplehorns ausfindig machen, um die Angelegenheit zu klären...

Die Idee zu „Date Night“ stammt vom Regisseur des Films Shawn Levy. Der sagt, dass er dieses Ritual tatsächlich einmal in der Woche zusammen mit seiner Gattin durchzieht. Drehbuchautor Josh Klausner hat aus der Vorlage eine Geschichte zu stricken versucht, die sowohl Situationskomik als auch Wortwitz enthält. Speziell an letzterem ist er ziemlich kläglich gescheitert. Viele Dialoge wirken steif und lähmend, weswegen sie den Handlungsfluss mehr behindern als dass sie ihn vorantreiben würden. Die bisweilen recht sperrige deutsche Synchronisation tut hier ein Übriges. Die Schauspieler haben sich im Prinzip nichts vorzuwerfen. Steve Carell und Tina Fey harmonieren ausgesprochen gut und kommen absolut authentisch rüber. Auch die meisten Nebendarsteller (u.a. Mark Wahlberg, Ray Liotta, Mark Ruffalo) hinterlassen einen ganz passablen Eindruck. Was den Film zudem zwischendurch rettet, sind ein paar gelungene Slapstick-Einlagen wie z.B. eine Verfolgungsjagd mit zwei an den Vorderstoßstangen eingeklemmten Autos.
(Ostfriesische Nachrichten vom 17. April 2010. Trailer: 20th Century Fox)