Mittwoch, 19. Dezember 2012

INTERVIEW mit Larry Evers

"Wir wollen lieber das machen, wozu wir Lust haben"
wj Aurich. „Moin, moin - Mensch is dat scheun, dat ick di endli mol seh“ heißt es im Refrain eines ihrer bekanntesten Hits. Ein Wiedersehen mit der Gruppe „Godewind“ in Aurich hätte es eigentlich schon am 20. Dezember 2012 geben sollen. Der Konzerttermin in der Stadthalle musste jedoch krankheitsbedingt auf den 17. Februar 2013 verschoben werden. Der Mitbebründer der Gruppe Larry Evers stand im folgenden Interview Rede und Antwort. 

Frage: Stimmt es, dass ABBA eine wichtige Rolle beim Findungsprozess von „Godewind“ gespielt hat? 
Larry Evers: Das war tatsächlich so. Shanger Ohl und ich haben in den 70er Jahren in einem Pop-Trio zusammen gespielt, das nannte sich „Albatross“. Dort haben wir auch schon hochdeutsche Sachen gemacht. Ich bin dann angefangen zu produzieren. Irgendwann kriegte ich den Auftrag mit einem jungen Mädchen aus Husum eine Vokalversion von dem ABBA-Instrumental „Arrival“ aufzunehmen. „Wie ein Vogel im Wind“ hieß das auf Deutsch. Der Titel war damals sogar in den Charts. Das junge Mädchen war Annegret Behrend, die später unsere erste „Godewind“-Sängerin geworden ist. 

Frage: Warum die plattdeutsche Texte? 
Evers: Wir sind zwar alle Plattdeutsch aufgewachsen. Aber auf die Idee, Musik mit plattdeutschen Texten zu verbinden, sind wir selbst zunächst gar nicht gekommen. Das ist erst passiert, als wir Begleitband von Fiede Kay wurden. Der hatte ja großen Erfolg damit, und so haben wir auch Blut geleckt, weil wir das toll fanden, was Fiede machte. 

Frage: Hat sich „Godewind“ eher in der Folk-Szene oder in der Volksmusik gesehen? 
Evers: Weder noch. Wir saßen zwischen sämtlichen Stühlen. Ursprünglich kamen wir ja aus dem Pop-Bereich. Deswegen war es für uns absolut kein Problem, einen elektrischen Bass oder eine Orgel in unsere Musik einzubauen. Als die „Folkies“ das sahen, haben manche uns richtig schief angeguckt. Das ging für die gar nicht. Für die Leute aus der Volksmusik galt ähnliches. Ich meine, Shanger Ohl und ich, wir sind in den 60er Jahren mit Bands wie „Beatles“ oder „Rolling Stones“ groß geworden. Das waren unsere Helden. Unsere Musik war eine Mischung aus allen möglichen Einflüssen. Wir haben das immer so gemacht, wie wir das für richtig hielten. Und das haben wir eigentlich bis heute so durchgezogen.
 Komplettes Interview im Heimatblatt vom 19. Dezember 2012
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