Samstag, 28. November 2015

INTERVIEW mit Herbert Grönemeyer

"Ich laufe nicht vor dem Erfolg weg"
wj Köln. In Deutschland hat er für seine Tonträger und Musikvideos bisher über 100 Goldene Schallplatten bekommen. Und das ist längst nicht die einzige Kategorie, in der Herbert Grönemeyer einsam an der Spitze liegt. Seit 1984 schaffte jedes seiner neuen Album den Sprung auf Platz eins der deutschen Charts, so auch sein jüngstes Werk „Dauernd jetzt“, das 2014 veröffentlicht wurde. Ende Oktober 2015 ist außerdem noch ein Live-Mitschnitt aus Österreich erschienen. Als Abschluss ihrer aktuellen Tour werden Herbert Grönemeyer und seine Band 2016 einige Open-Air-Konzerte spielen. Aus diesem Anlass stand der Musiker, der im nächsten Jahr seinen 60. Geburtstag feiert, in folgenden Interview Rede und Antwort.

Frage: Herr Grönemeyer, Sie sind unter anderem schon in Paris aufgetreten. Wie nahe gehen Ihnen die Terroranschläge?
Herbert Grönemeyer: Diese unfassbare Brutalität macht einen zunächst einfach nur sprachlos. Das ist dermaßen absurd, dass man es mit dem eigenen Kopf erst gar nicht schnallt. Natürlich geht das alles auch mir sehr nahe. Erst recht, weil auch ich weiß, wie das ist, jemanden zu verlieren. Das Gefühl kommt sofort wieder hoch. Abgesehen davon ist die Bühne ein Lebensumfeld in dem wir uns ebenfalls bewegen.

Frage: Haben Sie jetzt mehr Angst, wenn Sie auf der Bühne stehen?
Grönemeyer: Fairerweise muss man sagen, dass einen das sowieso begleitet. Wir haben auf unseren Konzerten in der Vergangenheit bereits das ein oder andere Erlebnis mit psychisch anfälligen Menschen gehabt. Ich kriege das auch mit, sofern die nicht irgendwo ganz weit hinten sitzen. Was die Geschehnisse im „Bataclán“ betrifft, gibt es einen Bericht von der der Band, die dort gespielt hat. Den kann ich mir aber nicht durchlesen, weil mir das tatsächlich zu sehr ans Eingemachte geht. Letztlich ist das aber ein Thema, das uns alle angeht. Wir alle müssen sehen, wie wir das in unsere Köpfe kriegen und wie wir damit umgehen.
Vollständiges Interview im Sonntagsblatt vom 29. November 2015 
Foto:Ali Kepenek
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