Dienstag, 28. Juni 2016

Zum Tod von Bud Spencer

Rückblick auf ein bewegtes Leben
Aus aktuellem Anlass: Gestern am 27. Juni 2016 verstarb Bud Spencer. Mitte April 2011 war er mit seiner Biografie unterwegs auf Promotion-Tour in Deutschland. Das Foto oben entstand während einer Signierstunde in der Thalia-Buchhandlung in Bremen. Dazu hier auch meine damalige Buch-Rezension und ein Link zu einem PODCALL vom 28. Juni 2016 mit den Moderatoren Olaf Rathje und Roland Kanwicher von  „Vier beginnt", der beliebten Morgen-Show auf RADIO BREMEN 4.

wj Bremen. Carlo Pedersoli hat eine Autobiographie geschrieben. Wem das nichts sagt, wird beim Künstlernamen dieses Mannes vermutlich doch aufhorchen. Signore Pedersoli ist nämlich besser bekannt unter dem Pseudonym Bud Spencer. Als solcher war er vor allem in den 70er und 80er Jahren einer der schlagfertigen Protagonisten in Haudrauf-Kassenknüllern wie „Vier Fäuste für ein Halleluja“ oder „Sie nannten ihn Mücke“.


Hinter dem schlichten Titel „Bud Spencer: Mein Leben, meine Filme“ verbirgt sich allerdings weitaus mehr als nur ein Rückblick auf die Filme des Italieners. In jungen Jahren war der heute 81-jährige ein Weltklasse-Schwimmer, der mehrere Landestitel und –rekorde holte und zweimal an den Olympischen Spielen teilnahm. Außerdem arbeitete er drei Jahre lang in Südamerika im Straßenbau, absolvierte mit Bestnoten ein Studium der Rechtswissenschaften und ist als passionierter Tüftler Inhaber diverser Patente. 

Seine erste Statistenrolle im Film bekam Pedersoli in Mervin LeRoys Monumentalwerk „Quo Vadis“ (1951), wo er einen Prätorianer in Neros Garde spielt. Ende der 60er Jahre wurde er dann vom Regisseur Guiseppe Colizzi für einen Italo-Western gecastet und nannte sich fortan Bud Spencer. Pedersoli wählte diesen Künstlernamen nach eigenem Bekunden hauptsächlich deshalb, weil er zu der Zeit gerne Budweiser Bier trank und den Schauspieler Spencer Tracy verehrte. Solche und ähnliche Anekdoten begegnen einem in der Autobiografie des Itailieners praktisch auf Schritt und Tritt. Neben diesen oft (selbst)ironischen Betrachtungen offenbart der Autor aber ebenso einge Überraschungen. Wer hätte beispielsweise geahnt, dass die frühen Western des Dampfhammer-Dreamteams Bud Spencer und Terence Hill ursprünglich keineswegs als lustige Parodien angelegt waren, sondern einen eher ernsten Hintergrund hatten und etliche brutale Szenen enthielten, die aus Gründen des Jugendschutzes später sicherheitshalber herausgeschnitten wurden?

Bud Spencer: Mein Leben, meine Filme“ ist im Berliner Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag erschienen.
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