INTERVIEW mit Herbst & Emde

"Keine Spur von Altersdiskriminierung"
Eine junge Fahrradkurierin bekommt Besuch von ihrem Vater, den sie lange nicht gesehen hat. Als sie sich verletzt, übernimmt der kurzerhand ihren Job. Allerdings hat der Papa ein Geheimnis, das er ihr zunächst nicht verraten will, zumal die Tochter dann auch noch schwanger wird. Das ist die Ausgangssituation der Tragikomödie „Sommer auf Asphalt“, der auf dem Emder Filmfest Premiere feiert. Im Interview sprechen die beiden Hauptdarsteller Christoph Maria Herbst und Mala Emde über ihre Zusammenarbeit vor der Kamera.

Frage:Sie haben beide schon einige Filme gemacht. Sind Sie trotzdem noch aufgeregt bei einer Premiere?
Christoph Maria Herbsty: Man sieht sich und denkt: „Gott, war ich da noch jung!“ Die Dreharbeiten sind ja auch schon wieder ein Jahr her. Ernsthafte Antwort: Natürlich ist man aufgeregt oder besser gesagt: angeregt. Ich denke, uns ist ein toller Film gelungen, und ich freue mich, das hier auf dem Emder Filmfest mit anderen teilen zu dürfen. Aber der Film ist eben fertig. Du hast keine Möglichkeit mehr einzugreifen und die Premiere so wie beim Theater selber zu gestalten.
 
Frage: Was hat Sie an dem Stoff besonders fasziniert?
Herbst: Er berührt, und zwar zum Lachen wie zum Weinen. Das sind die genau die richtigen Versatzstücke für einen starken Film. Bevor die Sachsenklinik das alles in zwölf Folgen abarbeitet, haben wir uns gesagt: Jetzt versuchen wir mal, zwölf Themen in 90 Minuten unterzubringen.
Mala EmdeAls ich das Drehbuch gelesen habe, saß auf der Fähre von Norwegen nach Dänemark und habe erst einmal ein kleines Eigenmeer um mich herum gesammelt, weil ich weinen musste. Kurz darauf musste ich so laut lachen, dass sich die anderen auf der Fähre nach mir umgedreht haben. Das ist mir noch nicht oft passiert, dass mich ein Drehbuch dermaßen gefesselt hat und ich den Film quasi beim Lesen schon erlebt habe. Eine solche Vater-Tochter-Beziehung habe ich bisher noch nie in einem Film gesehen. Das alles hat sich dann beim Casting noch einmal bestätigt.

Frage: Das heißt selbst Sie als etablierte Profis müssen nach wie vor Castings über sich ergehen lassen?
Ausführliches Interview in der Emder Zeitung vom 08. Juni 2026