INTERVIEW mit Sandra Lüpkes

Als in den 1920er Jahren handliche Kleinbildkameras auf den Markt kamen, bescherte das der Fotografie einen geradezu revolutionären Schub. Wichtigste Vorreiterin dieser Entwicklung war die legendäre „Leica“ der Firma Leitz. Deren Geschichte lieferte Sandra Lüpkes den Stoff für ihren neuen Roman „Das Licht im Rücken“. Den Anstoß zu ihren Recherchen erhielt sie auf Juist, wo die Bestseller-Autorin aufgewachsen ist. Dort wird sie am 28. Juni im Haus des Kurgastes ihr Buch vorstellen und daraus vorlesen. Beginn ist um 20 Uhr.
 
Frage: Frau Lüpkes, wie sind Sie ausgerechnet in Ihrer alten Heimat darauf gekommen, einen Roman vor dem Hintergrund der Historie der „Leica“-Kamera zu schreiben?  
Sandra Lüpkes: Das hat etwas mit meinem vorherigen Buch über die reformpädagogische Schule am Meer auf Juist zu tun. Die ist ebenfalls in den 1920er Jahren gegründet worden, und da fanden sich in den Archiven erstaunlich viele Schnappschüsse zum Beispiel von Theateraufführungen oder Szenen am Strand, was sehr ungewöhnlich für die damalige Zeit ist. Ich habe dann herausgefunden, dass der jüngste Sohn der Familie Leitz dort zur Schule ging und eines der ersten Modelle dieser Kamera dabei hatte. Darüber hinaus hat die Familie Leitz die Schule immer wieder mit großzügigen Geldspenden unterstützt. So wurde ich neugierig auf dieses Familienunternehmen.   
 
Frage: Eine tragende Rolle in Ihrem Roman spielt der Erfinder der Kleinbildkamera Oskar Barnack. Wie und wann hatte er die Idee dazu?
Lüpkes:Barnack war Feinmechaniker und hat schon um 1914 einen Prototyp entwickelt. Er fotografierte selber gerne, vorzugsweise in der freien Natur, litt aber unter Asthma. Deshalb tat er sich schwer mit dem Schleppen der Ausrüstung. Ursprünglich wurden die Fotos auf riesigen Glasplatten belichtet. Und die hatten ein ordentliches Gewicht. Oskar Barnack hat seine geniale Idee also quasi aus einer vermeintlichen Schwäche heraus entwickelt. Dass sich die Serienfertigung um rund zehn Jahre verzögerte, lag hauptsächlich am Ersten Weltkrieg und an der Inflation.
 
Frage:Was war das Besondere an dieser Kamera?
Ausführliches Interview  in der Ostfriesen Zeitung vom 16. Juni 2023
Foto: privat