INTERVIEW mit Paul Panzer

"Ich bin kein Moral-Apostel"
Im Januar 2024 sorgte Dieter Tappert alias Paul Panzer mit seinem Programm „Apaulkalypse“ in der Auricher Sparkassenarena für eine restlos ausverkaufte Kulisse. Am 12. Januar 2025 kehrt er deswegen noch einmal mit einer Zusatzshow zurück (Beginn ist um 18 Uhr). Aus diesem Anlass stand der Comedian in folgendem Interview Rede und Antwort.

Frage: Was sagt Paul Panzer zur aktuellen politischen Lage in Deutschland und der Welt?
Dieter Tappert: Normalerweise versucht der Paul solche Dinge außen vor zu lassen, weil es viele Leute gibt, die politisches Kabarett wesentlich besser können. Außerdem sind mir diese Themen oft zu komplex, um sie kurz anzureißen und darüber einen Witz zu machen. Deswegen bin ich da ein wenig zwiegespalten, obwohl ich ab und an schon so ein paar kleine Seitenhiebe in diese Richtung einbaue. Zum Beispiel hat Pauls Tochter Susaska einen Russen als Freund. Immer wenn der kommt, macht Paul die Heizung aus und sobald der sich beschwert, weil ihm zu kalt ist, antwortet Paul: „Junge, ruf doch deinen Präsidenten an. An mir liegt das nicht“. Oder wenn Trump wieder auffällig wird, nehme ich das manchmal spontan mit auf, wenn es passt. Aber das ist kein fester Bestandteil meines Bühnenprogramms.
 
Frage: Trotzdem ist das Programm durchaus gesellschaftskritisch; beispielsweise mit Blick auf unser Konsumverhalten.
Tappert: Da kommt auch der Paul nicht dran vorbei. Wir machen ja nichts mehr. Wir reparieren selbst nichts mehr. Alles wird „outgesourct“. Der Stahl kommt aus Indien, und der Plastikmüll kommt aus China. Du kriegst zwar jede Menge Klamotten für kleines Geld. Aber die haben keinen Wert mehr. Darüber mache ich meine Witze, indem ich zum Beispiel erzähle: „Neulich ist bei uns eine KIK-Filiale abgebrannt – Warenwert 17 Euro“. Wir sollten schon einiges überdenken, wenn wir das denn wollen. Als Jugendlicher bin ich oft aufgezogen worden, weil ich sehr spartanisch eingerichtet war. Irgendwann habe ich mir einen Sport draus gemacht. Bis heute kaufe ich mir wenig neue Sachen. Wenn ich mir etwas Neues kaufe, ist das oft Werkzeug, womit ich dann selber etwas Neues machen kann. Für Luxusartikel habe ich überhaupt keinen Sinn.

Frage: Ist das als so eine Art Botschaft gemeint?
Ausführliches Interview im Ostfrieschen Kurier vom 28. Dezember 2024
Foto:Tim Wegner